Tanz des Regens

Es war im Sommer und es war am späten Abend ja schon fast dunkel aber doch noch hell genug um ihm in die Augen zu sehen. Es war unheimlich und doch schön. Es war unerwartet, ja ein Schock und doch war es klar dass dieser Tag kommen würde. Igrendwann, irgendwo. Ihre Kleidung war durchnässt von einem kleinen Regenschauer und klebte an ihr wie eine zweite Haut. Ihre Frisur war total zerzaust, genauso wie sie sich fühlte. Stocksteif stand sie dar. Konnte nicht weine nicht reden aber auch nicht lachen. Sie hatte sich doch auf diesen Moment so gut vorbeireitet, war ihn in Gedanken schon zig mal durchgegangen. Sie wollte keine Schwäche zeigen, nichts was war denn es war schon längst vorbei und hat doch nie ihr Herz verlassen. Sie schloss die Augen und wollte sich umdrehen da spürte sie seine Hand auf ihrer nassen kalten Schulter. Sie zuckte zusammen, bekam eine Gänsehaut. Sie öffnete wieder die Augen und sah in seine. In diese blauen Augen, blau und weit wie das Meer. In denen sie fürher immer träumte. Sie konnte nichts sagen so tief saß ihr Schmerz. Es war fast so wie vor 2 Jahren als er ihr sagte dass er weg geht und nicht weiß wann er zurück kommt. Es war als sei es gestern gewesen. Und jetzt stand er da und berührte sie, brachte ihr Leben wieder durcheinander. Doch in diesem Spiel gab es keine Gewinner. Die Mauer die sie aufgebaut hatte und für jedes männliche Wesen galt, schien zu zerbröckeln.War es Einbildung oder wurde sie gerade schwach, sie die starke Frau die nie Schwäche oder Gefühlen zeigen sollte. Nur wenn sie alleine war. Sie riss sich los, schrie ihn an. Unbedeutende Worte und lief. Sie lief so schnell sie konnte. Sie blickte sich nicht um. Es kamen keine Tränen mehr. Es war ein Gefühl der Befreiung. Es war als sei etwas aus ihrem Herz heraus, über die kilometerhohe Mauer gehüpft. Sie fühlte sich leicht, ja sie schwebte förmlich. Sie tanzte im Regen....sie tanzte die ganze Nacht.
Endlich war es raus, endlich konnte die Mauer einstürzen und sich für neue öffnen. Sie war wie in einem Rausch. Sie fand sich erst zu Hause wieder, draußen auf der Veranda in ihrem Schaukelstuhl.
Der Mond schwieg sie an und sie schwieg zurück. Sie ging in ihr Schlafzimmer und sah diese kahle Wand, die früher einmal voller Fotos hing. Doch jetzt ist sie leer, kalh und irgendwie tot. Unter großem Schmerz und voller Wut riss sie damlas alles herunter, bis alles weg war, bis es ihr besser ging. Sie wollte vergessen. Es war nicht die Sehnsucht nach körperlichen Liebe, die sie vermisste, die sie auffraß. Sie legte sich ins Bett in das große leere Bett und starrte an die Decke. Vielleicht trifft man sich wirklich zwei mal im Leben. Aber vielleicht auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Tag war gekommen – alles so plözlich und unerwartet und erschütert sie, reist alle Wunden auf. Zu welchem Entschluss kam sie heute Abend ? Lieber Hass als gespielte Liebe ? Oder stand es gar nicht zur Frage ?

28.6.06 21:07

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